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Begriffsdefinition
Heilpädagogik versteht sich als eine wissenschaftliche Disziplin der Pädagogik.
Sie beschäftigt sich mit Menschen, insbesondere Kindern, deren Entwicklungen unter
erschwerten Bedingungen verlaufen bzw. von außen als solche gesehen und empfunden werden.
Die Beeinträchtigungen können körperlicher, geistiger, sensorischer, sprachlicher,
seelischer oder sozialer Natur sein und haben entscheidenden negativen Einfluss auf den
gesamt Menschen und seiner Entwicklung.
In der heilpädagogischen Arbeit geht es primär nicht um die Behebung / Behandlung eines
Defizits, sondern um die ganzheitliche Förderung der Persönlichkeit des Menschen in seinem
gesamten sozialen und gesellschaftlichen Umfeld. Die Erschwernisse und Bedingungen, die zu
der Beeinträchtigung des Kindes führen soll in Ihren Zusammenhängen erkannt und gedeutet
werden um sie anschließend zu klären und positiv zu verändern.
Zielgruppen für Heilpädagogik
Heilpädagogik beschäftigt sich hauptsächlich mit Kinder von 4 - 12 Jahren. Darüber
hinaus bestehen folgende Zielgruppen:
Kinder, die Beeinträchtigungen in der Persönlichkeitsentwicklung
Kinder mit Wahrnehmungsstörungen
Kinder mit Entwicklungsverzögerungen
Kinder, die zur Bewältigung der alltäglichen Umweltanforderungen Unterstützung brauchen
Kinder mit Konzentrationsstörungen
Kinder mit Schwierigkeiten im sozialen Bereich, z. B. Aggressivität oder soziale
Unsicherheit
Kinder mit Behinderungen, die Schwierigkeiten im Alltag mit lebenspraktischen Fähigkeiten
haben
Kinder, die Schwierigkeiten infolge familiäre Krisen haben, z. B. Scheidung, Tod,
Krankheit
Kinder mit Schwierigkeiten im emotionalen Bereich
Kinder mit Sprachauffälligkeiten
Heilpädagogisches Arbeiten
Spieltherapie
In der Heilpädagogik wird die Spiellust des Menschen als Methode eingesetzt. Gleichzeitig
besteht der Ansatz, dass das Spiel die Sprach des Kindes ist. Diese zwei Komponenten sind
die Basis der Spieltherapie. Das Kind darf in der Spieltherapie seinen Wünschen freien Lauf
lassen und bestimmt selbst was es spielen und machen will. Der Heilpädagoge lässt es
hierbei gewähren und akzeptiert sein Verhalten. Dadurch erhält das Kind Sicherheit und
kann seine Schwierigkeiten, Konflikte, Gefühle, etc. " ausspielen " und positiv abändern.
Dies ist vergleichbar mit einem Erwachsenen, der sich in einer Therapie " ausspricht ".
Spieltherapie setzt die Einbeziehung der Erziehungspersonen voraus. Regelmäßige
Elterngespräche sind extrem wichtig, um zum einen die Entwicklung des Kindes genau zu
kennen und um evtl. Veränderungen im sozialen Umfeld (z. B. Familie) herbeiführen zu
können.
Eingliederungshilfe
"Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es eine drohende Behinderung zu verhüten oder eine
vorhandene Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und den
Behinderten in die Gesellschaft einzugliedern."
Quelle: BSHG §39
Vor allem für Kinder im nicht schulpflichtigen Alter sind heilpädagogische Maßnahmen
vorgesehen (siehe BSHG §40). In einer Hilfeplankonferenz werden die Inhalte der
Eingliederungshilfe genau festgelegt.
Heilpädagogische Entwicklungsförderung bzw. heilpädagogische Übungsbehandlung
"Die heilpädagogische Übungsbehandlung ist eine Methode der systematischen Hilfe für
entwicklungsgestörte und geistig behinderte Menschen, vor allem für Kinder und Jugendlich.
Durch ein ausgewogenes Angebot von Übungseinheit unter Berücksichtigung der individuellen
Möglichkeiten werden im Spiel und durch Spiele neue Kenntnisse, Fähigkeiten und sinnvolle
Verwaltungswissen in Einzel- und Gruppensituationen geweckt, entwickelt und gefestigt."
Quelle: C.M. von Oy, A. Sagi, Lehrbuch der heilpädagogischen Übungsbehandlung.
Grundsätzlich ist die heilpädagogische Entwicklungsförderung eine zielorientiert Förderung,
die den Menschen ganzheitlich erfasst. Hierbei geht es nicht darum, was ein Kind kann.
Dies wird gezielt gefördert und bezieht nach und nach auch die Schwierigkeiten mit ein.
Wie bei der Spieltherapie ist eine enge Zusammenarbeit mit den Erziehungspersonen notwendig,
da die Übertragung der Lerninhalte in den Lebensalltag von großer Bedeutung ist.
Weitere Angebote der Heilpädagogin in unserer Praxis
Entspannungsverfahren für Kinder
Autogenes Training für Kinder
Entspannungsgeschichten, Märchen
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
Die Entspannungsverfahren können in der heilpädagogischen Behandlung integriert sein,
werden aber in unserer Praxis auch in Kleingruppen angeboten.
Allgemeine Informationen zur Behandlung
Eine Behandlungseinheit dauert 50 Minuten, wöchentlich
Elterngespräche finden regelmäßig alle 4 - 6 Wochen statt
Grundsätzlich findet ein interdisziplinäre Zusammenarbeit mit allen Personen und
Institutionen des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen, die an der Entwicklung und
Förderung des Kindes beteiligt sind statt.
Die Kosten
Die Finanzierung der heilpädagogischen Behandlung übernimmt das Sozialamt bzw. das
Jugendamt. Dies läuft über ein Antragverfahren, das einen Zeitraum von ungefähr drei
Monaten einnimmt. Die Entspannungsverfahren in den Kleingruppen werden nicht von den
Krankenkassen finanziert.
Für weitere Informationen steht Ihnen gerne unsere Mitarbeiterin Frau Engel,
staatlich anerkannte Heilpädagogin, zur Verfügung.