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Das Kind lernt denken.
Ein Kind lernt vor allem in den ersten beiden Lebensjahren seine Umwelt und die es
umgebenden Personen durch Betrachten, Riechen, Erfühlen, Begreifen usw. kennen. Im
Babyalter steckt es alles, was es in die Hände bekommt, in den Mund - denn der Mund
ist das erste Greiforgan. Nach und nach gebraucht es dann für seine weiteren
Erkundungen die Hände. Auch der eigene Körper wird ausgiebig unter die Lupe genommen.
Hierbei lernt es, dass es mit dem Mund verschiedene Bewegungen und Geräusche machen kann,
dass die Finger zur Hand gehören und sich unterschiedlich bewegen lassen. Oder dass es die
ergriffenen Gegenstände sehen und auch hören kann. Auf diese Weise erwirbt das Kind
grundlegende Kenntnisse über Längen, Breiten, Entfernungen, vorn, hinten, rechts und
links. Durch den Umgang mit den Gegenständen, die es sieht, hört, schüttelt, auf die
Unterlage aufschlägt, usw. erfährt das Kind immer mehr über die Eigenschaften der Dinge.
Lässt es z. B. einen Gegenstand fallen, so erzeugt er je nach Unterlage, Größe, Gewicht,
Form und Material unterschiedliche Geräusche. Voraussetzung für die intensive
Auseinandersetzung mit der Umgebung ist ein gewisses Maß an Neugier, Konzentration,
Merkfähigkeit, Ruhe - um sich mit den Dingen beschäftigen zu können, Ausdauer
und eine dem Alter angemessene Umgebung.
Der Steckturm - ein Beispiel.
Am Beispiel des Steckturmes wird deutlich, über welches Wissen ein Kind bereits verfügen
muss, um die Ringe in der richtigen Reihenfolge aufstecken zu können. Es hat begriffen,
dass Ringe ein Loch in der Mitte haben. Dadurch kann man Ringe anders anfassen, als
Gegenstände ohne Loch und anders mit ihnen umgehen. Es kann die Finger durch das Loch
stecken, es kann durchschauen - oder versuchen andere Dinge hineinzustecken und wieder
herauszuholen. Jetzt muss das Kind den Zusammenhang zwischen Stab und den Ringen erkennen.
Es muss herausfinden, dass es die Ringe auf den Stab, bzw. den Stab durch die Ringe
stecken kann. Hierbei kann sich das Kind zwischen unterschiedlichen Größen und Farben
entscheiden. Es muss wissen, wie es das Loch im Ring über den Stab plaziert, damit der Ring rutscht. Oder den Stab
zum Ring, wenn dieser hineingesteckt werden soll. Das Kind benötigt für das Aufstecken der
Ringe ein gutes Geschick der Hände, wobei die Augen das Geschehen steuern müssen.
Denken lernen durch Handeln mit der Formenbox
Die richtige Form der richtigen Öffnung zuzuordnen ist das Ergebnis vielfältigen
Probierens und Experimentierens. Vorher hat das Kind schon viel über seinen eigenen
Körper und die Gegenstände mit denen es gespielt hat, gelernt. Zum Bespiel dass Dinge
ihre Form verändern, wenn sie anders liegen, teilweise verdeckt sind, oder der Blickwinkel
ein anderer ist - trotzdem bleibt es das gleiche Ding. Dieses Wissen hilft ihm jetzt, die
Form des Ausschnittes auch am Klötzchen wiederzufinden. Nun muss es die Herausforderung
annehmen, diesen Klotz durch eine der Öffnungen in die Box befördern zu wollen. Trotzdem
bedarf es noch viel Probierens - denn je nachdem, wie das Kind den Klotz hält, passt dieser
durch die Öffnung - oder eben nicht. Es muss z. B. das Dreieck solange drehen und wenden
bis die Kantenlängen übereinstimmen - und wenn es dann immer noch nicht klappt, sind
vielleicht die Fingerchen noch im Weg. Außer geschickten Händen benötigt das Kind Augenmaß
und Erfahrung, um die Form in der dazugehörigen Öffnung verschwinden zu lassen.
Wenn Sie mehr Informationen zum Denken lernen aus Erfahrung benötigen wenden
Sie sich an unsere Praxis, wir helfen Ihnen gerne weiter.
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